Anwalts Erlkönig

Wer schreitet so stolz im schwarzen Gewand
es ist der Anwalt und sein Mandant.
Er hat die Akte wohl im Arm,
er ist sicher, der Beklagte wird warm.
Mandant, was birgst du so bang dein Gesicht
siehst Anwalt du die Richter denn nicht?
Die Richter dort mit Robe und Schleif?
lieber Mandant, die prozessieren wir weich.
Du böser Kläger, komm her zu mir
gar üble Aussichten mache ich dir.
wir haben dein Glück voll und ganz in der Hand
tönt es von dort aus dem schwarzen Gewand.
Mein Anwalt, mein Anwalt und hörest du nicht
was die Kammer mir lauthals verspricht.
sei ruhig bleib ruhig, du mein Mandant
die Kammer da, red ich an die Wand.
Willst Kläger du ohne Kohle nach Hause gehn?
drauf verzichten auf Nimmerwiedersehen?
Der Anwalt findet's bös und gemein
die Kammer schießt sich erst richtig ein.
Mein Anwalt mein Anwalt und siehst du nicht dort
den Rechtsschutz, die Kammer keiner glaubt mir ein Wort
Mein Mandant, mein Mandant, ich seh' es genau
der Rechtsstreit geht baden, sei bitte schlau.
Kläger ich warne dich mich reizt deine gierige Gestalt
und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.
Im Namen des Volkes, nun schließt den Vergleich
Dem Mandanten wird mulmig, er wird windelweich.
dem Kläger grausets, er vergleicht sich geschwind,
die Vergleichsgebühr stimmt den Anwalt recht lind.
Die Kammer drückt sich um Urteil mit Mühe und Not
in Ihren Armen, die Akte, war tot.


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